Räumlich segregierte Bildungsteilhabe (Wege zur Metropole Ruhr)

Die Entwicklung kleinräumiger sozialstruktureller Disparitäten und räumlich segregierter Bildungsteilhabe im Lichte des Strukturwandels der Metropole Ruhr

Bildung ist ein Schlüssel für gute Lebens- und Partizipationschancen. Neben der Bedeutung auf der individuellen Ebene hat Bildung ebenfalls eine regionale wirtschaftliche und soziale Bedeutung. Die Prozesse auf der individuellen und der regionalen Ebene entwickeln sich dabei nicht voneinander unabhängig, sondern sind miteinander verwoben. Sozialstrukturelle und sozialräumliche Bedingungen haben damit einen großen Einfluss auf die Bildungschancen der Bevölkerung (z.B. Terpoorten 2014, Baumert et al. 2005). Um gute Bildung und Bildungsteilhabe zu ermöglichen, muss man also sowohl die sozialräumliche Entwicklung als auch die individuellen Einstellungen und Entscheidungen verstehen.

Im Teilprojekt “Räumlich segregierte Bildungsteilhabe”, das am ZEFIR (Zentrum für interdisziplinäre Regionalforschung) angesiedelt ist, stehen Fragen danach im Vordergund, wie sich der sozialräumliche Wandel mit Fokus auf Bildung in den letzten vier Jahrzehnten vollzogen hat: Welche Stadtviertel haben sich wie hinsichtlich der Bildung der Bevölkerung entwickelt? Gibt es Stadtviertel, die sich trotz ansonsten schlechter Bedingungen wie z.B. wirtschaftlicher Schwäche hinsichtlich der Bildungsabschlüsse trotzdem gut entwickelt haben? Wo nimmt die Segregation (hier: die räumliche Aufteilung nach hoher und niedriger Bildung) zu und wo ab? Lassen sich Ursachen hierfür identifizieren?

Um diesen Fragen nachzugehen, werden erstmalig Zensus- und Schuldaten mit kleinräumigem Bezug für NRW harmonisiert. Besonderer Dank gilt hierfür IT.NRW, die uns Daten zur Verfügung stellen.

Das Arbeitspaket ist Teil des von der Stiftung Mercator geförderten Gesamtprojekts “Wege zur Metropole Ruhr”, das neben der “Räumlich segregierten Bildungsteilhabe” auch den Struktur- und Bildungswandel aus der Perspektive der Bewohner in den Blick nimmt. Neben der Integration dieser beiden Aspekte wird der Strukturwandel im Partnerprojekt “Heimat im Wandel” visuell erfahrbar gemacht. Ermöglicht wird diese Zusammenarbeit durch die Stiftungskooperation zwischen der Stiftung Mercator und der Brost-Stiftung.

Das Forschungsvorgehen orientiert sich dabei an folgenden Leitmotiven:

  • kleinräumig: Wechsel der Perspektive von den großen administrativen Strukturen hin zu kleinräumigen, die Heterogenität der Städte berücksichtigenden Strukturen
  • historisch: Integration verschiedener Datenquellen, von amtlichen Statistiken hin zu biographisch-qualitativen Interviews
  • umfassend: Betrachtung von mittel-und langfristigen Prozessen, die aktuelle gesellschaftliche Phänomene wie (Bildungs-)Armut begründen

Bei Fragen zum Projekt können Sie sich gerne an uns wenden.

Literatur:

Baumert, J., Carstensen, C.H., Siegle, T. (2005): Wirtschaftliche, soziale und kulturelle Lebensverhältnisse und regionale Disparitäten des Kompetenzerwerbs. In: PISA-Konsortium Deutschland (Hg.): PISA 2003: Der zweite Vergleich der Länder in Deutschland — Was wissen und können Jugendliche? Münster, S. 323-365.

Terpoorten, Tobias (2014): Räumliche Konfiguration der Bildungschancen. Segregation und Bildungsdisparitäten am Übergang in die weiterführenden Schulen im Agglomerationsraum Ruhrgebiet. Bochum.

Ihre Ansprechpartner zum Arbeitspaket "Räumlich segregierte Bildungsteilhabe"

Dipl. Soz. Wiss. Katharina Knüttel
Lehrstuhl Sozialwissenschaftliche Datenanalyse
FNO 02/35
Tel: 0234-32-24765
katharina.knuettel@rub.de
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Sozialwissenschaft
Lehrstuhl Sozialwissenschaftliche Datenanalyse
Universitätsstrasse 150
FNO 02/35
D-44801 Bochum
M.A. Catharina Niemand
Lehrstuhl Sozialwissenschaftliche Datenanalyse
FNO 02/35
Tel: 0234 32 23731
Catharina.Niemand@ruhr-uni-bochum.de
Ruhr-Universität Bochum
Fakultät für Sozialwissenschaft
Lehrstuhl Sozialwissenschaftliche Datenanalyse
Universitätsstrasse 150
FNO 02/35
D-44801 Bochum
Dr. Tobias Terpoorten
Sozialwissenschaftliche Datenanalyse
n.V.
tobias.terpoorten@rub.de